Schriftzug Blasorchester der Feuerwehr Rinteln
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Die Geschichte des Blasorchesters25.09.2007
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Gründung 1921

In den historischen Aufzeichnungen ist als Gründungstag der 20. November 1921 dokumentiert. Den Gedanken, in Rinteln eine Feuerwehrkapelle zu gründen, hatte der Schneidermeister Karl Nagel zusammen mit seinem Schwiegervater und Schumachermeister Karl Reiter sowie dem Gastwirt Ludwig Beißner. Diese waren zusammen mit anderen aktiven Kameraden der Rintelner Feuerwehr im Sommer 1921 Teilnehmer am großen Feuerwehrfest des Minden-Ravenberg-Lippischen Feuerwehrverbandes und hatten das schneidige Auftreten der vielen Feuerwehrkapellen mit Bewunderung beobachtet. Am Gründungstag standen 12 Mitglieder der Rintelner Feuerwehr als künftige Musiker zur Verfügung. Das Problem war jedoch, dass diese Kameraden keine bzw. nur geringe musikalische Kenntnisse hatten. Dennoch hatte es Ludwig Meier, der die Leitung der Kapelle übernahm, verstanden, in nur kurzer Zeit aus Anfängern brauchbare Musiker zu machen. Bereits am 12. Februar 1922 hatte die neugegründete Kapelle im Rahmen des 59. Stiftungsfestes der Rintelner Feuerwehr zur Überraschung der Wehrkameraden sowie vieler Rintelner Bürger ihren ersten Auftritt. In den folgenden Jahren konnte sich die Kapelle weiter entwickeln und das Ansehen in der Öffentlichkeit weiter festigen.

Neuanfang 1945

Der 2. Weltkrieg ging allerdings auch an der Kapelle nicht spurlos vorüber und so kehrten 8 Musiker nicht vom Fronteinsatz zurück. Nach dem Krieg ergriff Ludwig Meier am 16. November 1945 erneut die Initiative, und stellte nun zum zweiten Mal eine Kapelle zusammen. Sehr hilfreich bei der Ausstattung mit Instrumenten war seinerzeit die Tatsache, dass in Bad Eilsen ein Musikkorps der ehemaligen Luftwaffe stationiert war, das nach Kriegsende 1945 dort aufgelöst wurde. Das noch vorhandene Instrumentarium geriet im Zuge der damaligen politischen Entwicklung in Vergessenheit und wurde von den Musikern der Feuerwehr (zum Teil Angehörige des ehemaligen Luftwaffen-Musikkorps) nach Rinteln geholt und fortan als Grundstock für den Musikzug eingesetzt. Ein Teil dieser Instrumente und auch Notenmaterial der "Vorgänger" sind noch vorhanden und werden heute im neugegründeten Orchester eingesetzt. Aus gesundheitlichen Gründen übergab Meier im folgenden Jahr den Taktstock an seinen bisherigen Stellvertreter Fritz Luthe, stand der Kapelle aber bis zu seinem Tod am 20.11.1948 mit Rat und Tat zur Seite. So gelang es ihm beispielsweise im Jahr 1946, die britische Militärverwaltung davon zu überzeugen, wieder mit klingendem Spiel durch die Stadt marschieren zu dürfen. Darüber hinaus wurde der Rintelner Feuerwehrkapelle seitens der Militärverwaltung als erste Kapelle in Niedersachsen gestattet, wieder öffentlich musizieren zu dürfen.

Der Aufschwung – Die Ära Widuwilt  

Aufgrund der musikalisch fundierten Ausbildung der Gründungsmusiker erlangte der Feuerwehrmusikzug sehr schnell großes Ansehen. Erheblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte der Leiter der Musikformation, August Widuwilt. Aufgrund seiner früheren militärmusikalischen Tätigkeit (Chorführer eines Musikkorps der Wehrmacht) verfügte er über die entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten, um aus der neuen Formation schnell einen anerkannten Klangkörper zu formen, der seine Qualität bei Kurkonzerten auch im weiteren Umland unter Beweis stellte.

Gute Zeiten und der Anfang vom Ende

Konzert mit Werner PägeNach Widuwilts Tod übernahm Otto Matschke die Leitung des Musikzuges. Auch er entstammte der Militärmusik und konnte so nahtlos die Leistungen fortführen. Trotz aller Erfolge erwies sich jedoch im Laufe der Zeit eine Situation als immer größer werdendes Problem: Die Überalterung der Angehörigen des Musikzuges zwang zunehmend zu Abstrichen beim Repertoire und zwangsläufig auch bei der musikalischen Qualität. In dieser Zeit übernahm Werner Päge, ebenfalls ein ehemaliger Militärmusiker, nach dem Tod Matschkes die Leitung.

Obwohl erhebliche Bemühungen zur Nachwuchswerbung unternommen wurden gelang es nicht, ausreichend neue Mitspieler zur Sicherung des Fortbestandes des Musikzuges zu gewinnen. In diese Zeit fielen die letzten Auslandsauftritte des Klangkörpers im Rahmen der damaligen Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Rinteln und der niederländischen Stadt Emmen, wo die Mitspieler begeistert empfangen wurden. Doch das Ende zeichnete sich bereits ab.

Nach dem Ausscheiden des Leiters Werner Päge bemühte sich der letzte Dirigent Horst Wolter um den Erhalt der Musikformation. Dennoch blieb ihm nach nur wenigen Jahren die traurige Aufgabe, am 31.12.1998 die Auflösung des Musikzuges zu melden. In den folgenden Jahren hatte die Feuerwehr Rinteln somit keine eigene Musikformation in der Kernstadt mehr.

Neugründung und Ausblick

Doch dieses sollte keine endgültige Situation bleiben, und so trat der Zufall auf den Plan. Im Jahr 2002 wurde anlässlich der Verabschiedung des Ortsbrandmeisters der Schwerpunktfeuerwehr Rinteln - Helmut Blaue - ein Orchester gesucht, welches den feierlichen musikalischen Rahmen bilden sollte, was jedoch "leichter gesagt als getan" war. Kurzentschlossen stellte Klaus Diebietz deshalb speziell für diesen Anlass eine zehnköpfige Formation aus Musikern der renommiertesten Orchester der Region zusammen.

Foto vom Gründungsauftritt 2002Im Rahmen des Verabschiedungszeremoniells wurden - in Anknüpfung an die Tradition des Musikzuges - Auszüge aus dem Großen Zapfenstreich in beachtlicher Qualität vorgetragen. Doch dieser Auftritt hatte plötzlich noch eine unvorhergesehene Folge: Das neue Blasorchester der Feuerwehr Rinteln war geboren!

Intensive Nachwuchsarbeit mit der Möglichkeit der internen Ausbildung, die Präsenz im Internet und weitere Aktivitäten ließen die Anzahl der Orchesterangehörigen in kürzester Zeit auf 20 Musiker(innen) anwachsen.

Mit dem Ziel, schwerpunktmäßig die traditionelle und niveauvolle Volks-, Konzert- und Unterhaltungsmusik zu pflegen, besitzt das Orchester ein tragfähiges Konzept und fügt sich so bestens in die vorhandene musikalische Landschaft des Schaumburger Landes ein.

Die gute musikalische Qualität, verbunden mit viel Engagement im Rahmen der Nachwuchsförderung und Mitspielerwerbung, lassen die Mitspieler dieses Orchesters zuversichtlich in die Zukunft blicken.


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Geschichte
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